Ich glaube an die normative Kraft des Faktischen

Costa Rica
13.Februar bis 1.März 2011

12.2 Vorabend Check-In

Um im Flugzeug einigermaßen vernünftig platziert sitzen zu können, empfiehlt sich der Vorabend Check-In am CAT (City Air Terminal), wenngleich der Weg von der S-Bahn zum CAT aufgrund der Baustelle in Wien- Mitte eine Odyssee darstellt. *Tipp: man muss dann nicht unbedingt mit dem CAT (diesmal City Airport Train) zum Flughafen fahren.*
13.2. Anreise

ab Wohnung (mit Bus und S-Bahn) 17:00

ab Flughafen Wien (mit Airbus 321) 19:55

ab Frankfurt (mit Boing 767, ziemlich voll) 23:50
Flug über das nächtliche Paris (man erkennt sogar den Eiffelturm!), dann quer über den Atlantik

ab Santo Domingo 5:30 (Ortszeit) Zwischenstopp
die Urlauber der Dominikanischen Republik verlassen das Flugzeug (endlich mehr Platz)

Ankunft in San Jose 7:00 (Ortszeit)

Die gesamte Anreise dauert 21 Stunden.
14.2 San Jose - die Hauptstadt Costa Ricas

Fast auf die Sekunde pünktlich landen wir nach über 14 Stunden Flugzeit in San Jose. Insbesonders der Abschnitt ab Santo Domingo entpuppt sich als recht strapaziös. Beim Verlassen des Flughafengebäudes halten wir nach dem "Select Costa Rica Travel" Ausschau finden aber niemanden. Plötzlich taucht eine braun gebrannte Dame mit einem selbstgeschriebenen "Hofer"-Schild auf und stellt sich als unsere Reiseleiterin Barbara vor. Schnell sind auch die anderen Mitglieder der Reisegruppe (insgesamt 20 Personen) versammelt und mit dem ebenfalls eintreffenden Bus geht es dann zum Hotel Presidente. Auf dem Weg dorthin gibt uns unsere Reiseleiterin schon die ersten Informationen, aufgrund des Staus wegen eines Unfalls, werden wir mit einigen Informationen zum Reiseverlauf, dem geografischen Aufbau des Landes und mit der Geschichte konfrontiert. Im Hotel angekommen werden die Zimmerschlüssel ausgefasst und ein gemeinsames Frühstück konsumiert. Die Früchte und Fruchtsäfte sind ein Traum, und auch die Nationalspeise Galo Pinto (ein Brei aus Reis und Bohnen mit Korriander) schmeckt ausgezeichnet.


Zu Fuß soll San Jose am besten zu erkunden sein, also geht die Gruppe, angeführt von unserer Reiseleitung durch die Fußgängerzone zum Plaza de la Cultura wo das Goldmuseum (museo de oro) nicht nur reichlich Goldfunde herzeigt, sondern die Besiedelung Costa Ricas ab 12.000 v.Chr aufwändig präsentiert. Insbesondere die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm: das Museum gleicht einer Mischung aus Bunker und begehbarem Safe. Glücklicherweise ist das Fotografieren (natürlich nur ohne Blitz) erlaubt, so dass mit der neuen Canon Powershot S95 wunderbare Aufnahmen gelingen, denn die beiden Nikons bleiben aus Angst vor der angeblich hohen Kriminalität in Costa Ricas Hauptstadt im Hotelsafe. Mit dem Wissen über die prä-kolumbianische Phase Costa Ricas geht es dann über den Plaza de la Cultura, der aufgrund der vielen Tauben an Venedig erinnert, zum Teatro Nacional, welches wir uns zwar erklären lasssen, aber auf den Besuch um 7 USD verzichten wir. Wir nutzen die anschließenden freien Minuten um uns eine x-beliebige Seitenstraße genauer anzuschauen (dort ist es dann auch etwas rustikaler als in der fast schon noblen Fußgängerzone) bevor wir dann den Markt von San Jose mit der gesamten Reisegruppe besichtigen. Beindruckend ist die Fülle an unterschiedlichen Kräutern (für alle größeren Schmerzen und kleinere Wehwehchen dieser Welt) und die enorme Auswahl an Früchten, die wir zwar teilweise irgendwie kennen aber nicht in dieser ursprünglichen Form (zb. Cashew Frucht). Bevor wir dann die freie Zeit individuell nützen können, geht's noch zum "Massenbesäufnis mit exotischen Fruchtsäften" bei dem die zuvor erläuterten Früchte flüssig verkostet werden (ohne Alkohol natürlich). So manche geschmacklich reizvoll beschriebene Frucht erweist sich dabei optisch als überwindungsbedürftig (der Saft der _Chan_-Frucht schaut aus wie Froscheier in Wasser)


Ein gemeinsames Abendessen der Reisegruppe im hoteleigenen Restaurant rundet den überlangen Tag (31 Stunden wg. Zeitzonen) höchst angenehm ab, obwohl die Kalorien auch für 48 Stunden gereicht hätten.

15.2. Cartago, Irazu und Orosi

Ausgangspunkt des heutigen Tages ist Cartago, die ehemaliges Hauptstadt Costa Ricas (ca.30 km von San Jose entfernt). Das erste Ziel ist der seit 1965 nicht mehr aktive Vulkan Irazu, der bereits mehrmals die Stadt Cartago beschädigt oder gar zerstört hat (letztmalig im Jahr 1910). Leider zeigt sich der Vulkankrater auf 3300m Höhe, welchen wir nach 30 kurvenreichen Kilometern endlich erreichen, wolkenverhangen. Außerdem regnet es ganz fein und es bläst ein kalter Wind, der uns Träger einer kurzen Hose den Aufenthalt am Kraterrand eher weniger gemütlich erscheinen lässt. Selbst ein kurzer lichter Moment lässt uns den Kratersee nur erahnen. Highlight des Aufenthalts ist der Weißrüsselnasenbär, der sich wohl öfters in der Nähe des Touristen-Lokals aufhalten dürfte, denn wenig kamerascheu schlabbert er den verschütteten Kaffee von den Tischen im Gastgarten.


Zurück in Cartago geht es nun in die andere Richtung, wo kurz nach dem netten Ort Paraiso (übersetzt "Paradies") die Ruinen der ersten koloniaen Kirche Costa Ricas besichtigt werden. Viel interessanter als die teilweise wiederaufgebauten Kirchenfragmente ist jedoch die Tier- und Pflanzenwelt rundherum: Blattschneiderameisen, Kolibris, Eichkatzerln und eine, vor einem Hund flüchtende Eidechse sind die Bildmotive. Dann geht es mit dem Bus weiter über die Staumauer des Cachi-Stausees, der u.a. den Fluss Orosi zur Stromgewinnung aufstaut. Auffallend ist der üppige Pflanzenteppich am Stausee, der nicht wirklich gewollt ist: ortsfremde Wasserhyazinthen vermehren sich mangels natürlicher Feinde ungehindert. Trotzdem lassen wir uns das Mittagessen im Restaurant am Ufer gut schmecken, bevor uns der Bus zum Ort Orosi bringt wo wir zu Fuß den gleichnamigen Fluss auf einer Fußgängerhängebrücke überqueren. Während die Reisegruppe durch Orosi zur bekannten Kirche wandert und dort einiges über die Geschichte der Kirche in Costa Rica erfährt, nimmt der Bus den notwendigen Straßenumweg und bringt uns danach zurück nach Cartago. Cartago ist ein eher schmuckloses Örtchen mit einer bedeutenden Basilika mit anschließender Heilquelle, wo einmal im Jahr (am 2. August) eine ausufernde Prozession mit Fürbitten aller Art stattfindet. Im Falle der Erfüllung der Fürbitte wird der Kirche ein Symbol geschenkt, welches dann in den Ausstellungsvitrinen von den Touristen besichtigt werden kann. Trotz der unzähligen Exponante als Beweismittel bleiben wir Agnostiker skeptisch.


Auch wenn das Reiseprogramm nicht aufwändig erscheint, sind wir erst wieder gegen 18:00 im Hotel in San Jose, wo genau eine halbe Stunde bleibt um sich frisch zu machen, denn um 18:30 geht es dann zum gemeinschafftlichen Abendessen. Landestypisch und mit einigen unbekannten Zutaten (Kochbananen, ...), werden je nach Wunsch Fisch, Fleisch oder Vegetarisches serviert. Bei der Bestellung von zwei Cai Pirinhas werden wir jedoch leicht abgezockt, kostet doch eines dieser herrlichen Getränke umgerechnet 10 Euro.

16.2. Auf der Pan Americana zur Pazifikküste

Die Pan Americana führt längs über den amerikanischen Kontinent von Alaska bis nach Feuerland. Der Abschnitt in Costa Rica zeichnet sich dabei durch den höchsten Punkt der gesamten Strecke (über 3300m- Cerro de la Muerte - Pass des Todes) aus. Und genau dieser Streckenabschnitt wird von uns für die Fahrt zum Pazifik gewählt. Busfahren ist langweilig und wenig magenverträglich, aber mit den vielen Fotografierpausen (Highlights sind einzelne Kolibris und zahlreiche Geier), den tollen Aussichten (sofern sich der zähe Nebel lichtet) und dem wirklich nativen Mittagessen, direkt in einem Selbstversorger-Lokal, wo nachwievor mit Ochsen die Zuckerrohrpresse betrieben wird, lässt es sich auch diesen Weg aushalten. In San Isidore de El General verlassen wir die Pan Americana und begeben uns auf direktem Weg nach Dominical an den Pazifik, wo nicht nur unser Hotel Rio Mar mit dem Abendessen wartet, sondern auch ein grandioser Sonnenuntergang direkt am Meer.
17.2. Regenwald der Österreicher

Wenn Österreicher in Costa Rica urlauben erwartet man natürlich den Besuch des Regenwaldes der Österreicher. Wir machen uns deshalb um 7:30 auf den Weg Richtung Süden (der Regenwald der Österreicher befindet wenige Kilometer vor der Grenze zu Panama) und treffen gegen 9:30 dort ein (die Küstenstraße ist relativ gut ausgebaut, der Weg ab Küstenstraße ist ein Horror, denn wir müssen mehrmals den Bus verlassen, entweder aus Sicherheitsgründen bei der Fahrt über eine der filigranen Brücken oder weil der Bus aufsitzt). In der Esquina Rainforest Lodge machen wir uns rasch für den Marsch durch den Dschungel bereit, der gleich interessant beginnt: Aug in Aug (Distanz weniger als 2 m - keine Sicherheitsvorkehrungen) mit zwei Kaimanen und ein paar Schnappschildkröten, glüht der Auslöseknopf am Fotoapparat. Doch leider sind das die einzigen nennenswerten Tiersichtigungen am steilen Trail, und es ist fürchterlich heiß und schwül. Nach fast zwei Stunden treffen wir wieder im Camp ein, wo erste Kollateralschäden beseitigt werden, dann aber auch ein gutes und gesundes Mittagessen wartet.


Kulturell wird die Rückfahrt genützt, denn auf der Zwischenstation auf der Finca 6 besuchen wir präkolumbianische Kugelausgrabungen. Die Funktionsweise bzw. der Sinn dieser Kugeln mit Durchmessern von bis zu 2.6 m, ist nachwievor unklar. Aufgrund der unterschiedlichsten Anordnungen und unklaren weiteren Funden sind Interpretationen von astronomischen Bezügen bis zu Kontakten mit Außerirdischen möglich. Auch im Park der Ortschaft Palma Sur stehen einige dieser Kugeln, doch wir interessieren uns mehr für die alte, verrostete Dampflokomotive aus der Blütezeit der United Fruit Company.
Etwas geschlaucht erreichen wir gegen 18:30 wieder das Hotel, wo nach der Körperpflege ein Steak zum Abendessen gereicht wird - das haben wir uns wirklich verdient.

18.2. Nationalpark Manuel Antonio

Von Dominical sind es 40 km entlang der pazifischen Küstenstraße um nach Quepos zu gelangen, wo sich der Eingang zum Manuel Antonio Nationalpark befindet. Der Weg auf der frisch fertig gestellten Straße führt durch zahlreiche Öl-Palmenplantagen, durch Siedlungen der Arbeiter und vorbei an einer Palmölfabrik. Manchmal gibt es auch noch einen tollen Blick auf das Meer.


Der Manuel Antonio Nationalpark ähnelt zwar einem Baderessort mit vielen wilden Tieren, doch die Anzahl der gesichteten Tiere ist beeindruckend: aktives Faultier, streitende Waschbären, Agouti, Kapuzineräffchen, Horden von Leguanen, Eidechsen und zahlreiche Vögel. Allerdings wandern einzelne Besucher mit Flip-Flops und Badehose/Bikini über die gut ausgebauten Wege, was den sportlichen Charakter einer solchen Tour untergräbt. Kein Vergleich mit der mühseligen Wanderung im Regenwald der Österreicher.


Einen kurzer Schreck jagen uns noch zwei Mitreisende ein, die bei der geplanten Abfahrt nicht beim Bus sind. Ein Suchtrupp wird zurück in den Nationalpark geschickt, der Bus soll die restlichen Reisenden zum neuen Hotel Casitas Eclipse bringen, doch schon nach wenigen Metern werden die beiden Vermissten gefunden, welche am falschen Platz gewartet haben. Nun muss nur mehr der Suchtrupp gefunden werden ...


Um 19:00 sitzen aber alle beim gemeinsamen Abendessen im Restaurant *Gato Negro*(schwarze Katze) und es werden die Planungen für den nächsten Tag (steht zur freien Verfügung) finalisiert.

19.2. Bootstour und Mangroventour

Aufgrund des vorgezogenen Besuchs im Manuel Antonio Nationalpark steht uns der heutige Tag zur freien Verfügung, wobei uns jedoch von Barbara unserer Reiseleiterin ein Fahrt durch die Mangroven am Nachmittag empfohlen wird. Für den Vormittag melden wir uns (als einzige unserer Gruppe) bei einer Bootsfahrt übers Meer mit der Möglichkeit Schildkröten, Delphine oder sogar Wale zu beobachten an. Außerdem sind im Preis von 75 USD/Person auch sämtliche (alkoholische und nichtalkoholische) Getränke und ein Mittagessen inkludiert. Leider haben wir kein Glück mit den Tiersichtungen, denn ein kopulierendes Wasserschildkrötenpaar sind die einzigen Fotomotive, neben den üblichen Wasservögeln wie Pelikane oder Fregattvögel. Der eingesetzte Katamaran ist jedoch ein Erlebnis, insbesondere beim lautlosen Segeln übers Meer. Bei einigen der Bootsmitreisenden zeigt jedoch der Alkohol erstaunliche Wirkung, denn während zu Beginn des Trips nicht einmal das Zurückgrüßen möglich ist, steigt mit Dauer der Fahrt die Redseligkeit enorm an.
Wir kommen gerade noch rechtzeitig zur Abfahrt zur Mangrovenbootstour zurück zum Hotel, und befinden uns ein halbe Stunde später am Boot. Diese Fahrt bietet einige Tierbeobachtungen: insbesondere Vögel und Krebse werden auf unsere Speicherkarten digitalisiert. Das Highlight, laut Reiseleiterin Barbara, ist jedoch die Sichtung des kleinsten Ameisenbären Costa Ricas, der schläft jedoch zusammengerollt auf einem Baumstamm und wird von mir erst nach minutenlanger Instruktion gefunden.


Krokodile sollen auch in den Mangroven leben, wir sehen jedoch keine auf unserer Tour, welche bei einem Abendessen auf einer Anhöhe bei Quepos stattfindet, wo man den Sonnenuntergang im Pazifik beeindruckend miterleben kann.

20.2. Anreise zum Vulkan Arenal

Von der feuchtschwülen Pazifikküste geht es nun mit dem Bus ins Costa Ricanische Kernland zum Vulkan El Arenal. Auf der Fahrt dorthin passieren wir die Brücke des Rio Grande de Tarquoles, wo sich mindestens dreißig Spitzmaulkrokodile im Wasser tummeln. Der Spaziergang über die Brücke mit desolatem Geländer und rasendem Schwerverkehr ist ein Abenteuer für sich.
Der Arenal ist ein bis 1968 völlig unauffälliger Hügel (1300m) bei der Ortschaft La Fortuna. Im Juli 1968 werden die Einwohner der umliegenden Dörfer recht unsanft durch den Ausbruch des Vulkans geweckt. Über 80 Personen werden dabei getötet, und seither ist dieser Vulkan mehr oder weniger aktiv. Der Nationalpark El Arenal erlaubt, sich dem Vulkan zu nähern, das Besteigen ist jedoch untersagt. Auch gibt es im Gebiet des Vulkans, in dessen Nähe sich sogar ein zweiter inaktiver Vulkan mit Kratersee bedindet, eine Reihe von heißen Quellen, welche bei La Fortuna in einer Reihe von Badeanstalten genützt werden. Bis wir jedoch eine der Badeanstalten besuchen, müssen wir zuerst mit dem Bus eine ca. 10 km lange Schotterstraße mit dem Bus bewältigen um zu unserem Hotel Arenal Vista Lodge zu gelangen. Das Hotel hat laut Definition einiger Mitreisender den Charme eines Ostblock Jugendheims, doch wir benötigen unsere Badesachen für das Warmwasserplantschen am Fuße des El Arenals. Nach über einer Stunden Wacken im bis zu 63 Grad "warmen" Wasser (wer kann bei dieser Temperatur überhaupt eine Zehe ins Wasser halten? ich nicht), gibt es im Restaurant des Bades ein ordentliches Buffet und die 10 km Holperstrecke zurück ins Hotel, was fast eine Stunde dauert. Gegen 22:00 fallen wir müde ins Bett, sodass uns die Gefahr, die vom El Arenal ausgeht, ziemlich egal ist.
21.2. Arenal Nationalpark und Wasserfall

Nach dem erneuten Passieren der Holperstrecke gelangen wir zum Nationalpark Arenal, wo schon reichlich Touristen den Weg zu den ehemaligen Lavafeldern angetreten haben. Der Blick auf den Vulkan ist zwar impossant, doch stets verhängen Wolken die oberste Spitze auf 1650 m (ja, der Vulkan ist seit 1968 um über 300m gewachsen) und man ist stets mit dem Fotoapparat auf Lauer ob sich nicht doch die letzte Wolke verzieht. Die Wanderung zum Lavafeld ist wenig beeindruckend, am Lavafeld selbst sehen wir den El Arenal fast ohne Wolken, doch eine Gruppe von Tucanen stiehlt dem Vulkan die Show. Am Rückweg durch den Regenwald sehen wir neben den monumentalen Kaponbäumen (über 70m) hoch auch noch eine hochgiftige Viper, welche es sich in einem Baum gemütlich gemacht hat.


Um die aufreibende Holperstrecke so selten wie nötig zu befahren, beschließen wir, das Nachmittagsprogramm umgehend nach dem Mittagessen in La Fortuna zu beginnen: wen es interessiert, der kann sich den Wasserfall bei La Fortuna besuchten (und im warmen Wasser baden) oder La Fortuna erkunden. Treffpunkt ist um 17:30 bei einem lokalen Kaffeegeschäft, wo eine kurze Verkostung Costa Ricanischem Kaffees stattfindet, wobei uns der daraus gewonnene Kaffeelikör noch besser schmeckt. Nach der obligaten Holperstrecke gibt es noch im *Ostblock Jugendgästehaus* das Abendessen.

22.2. Fahrt nach Samara

Die letzte Fahrt über die Holperstrecke bringt uns aus dem Gebiet des El Arenals nach Samara wieder an die Pazifikküste, wo unser fünftägiger Badeaufenthalt startet. Trotz der eher geringen Kilometer (250 km sind in Österreich eine Sache von zwei Stunden) dauert die Fahrt verhältnismäßig lang, denn Kurven, Steigungen und zahlreiche Pausen brauchen über sieben Stunden. Allerdings sind die Pausen recht interessant: Frühstück in einer *deutschen* Bäckerei, Ara-Sichtungen bei Limonal. Zahlreiche Aras (rote und blaue) bevölkern dabei die Gegend um die beiden Restaurants und lassen sich nicht nur fotografieren sondern auch füttern.
Wir treffen am späten Nachmittag in Samara ein, wo wir uns gleich nach dem Einchecken in die Fluten des Pazifiks stürzen und wieder einen imposanten Sonnenuntergang erleben dürfen.
23.2. bis 26.2. Badeaufenthalt in Samara

Wer glaubt,beim Badeaufenthalt wird es langweilig und es gibt keine Fotos, der irrt sich. Natürlich ist man immer im gleichen Gebiet, dafür hat man aber die Möglichkeit zu allen Tageszeiten die Landschaft zu erkunden. Trotz Urlaubs war das Aufstehen um 6 kein Problem (eigentlich war's ja da schon 13:00 - aber das haben wir erst daheim zu spüren bekommen) und der tägliche Strandspaziergang mit angelegter Kamera ein der Ersatz für den Frühsport.
Außerdem habe ich auch beim Schnorcheln ein paar Fotos geschossen, die aber wegen der schlechteren Unterwassersicht eher qualitativ weniger gut waren.

23.2. Mittwoch
* Morgenspaziergang am Strand
* Frühstück mit Eichelhäher
* Faulenzen in der Sonne
* Beobachtungen von Streifenhörnchen, Leguanen und zahlreichen Vögeln

24.2. Donnerstag
* Brüllaffen
* Delfintour als Nepp

25.2. Freitag
* Krabbe im Sand
* Muräne und blauer Kugelfisch
* Papageien und Kolibri

26.2. Samstag
* Brüllaffe im Baum
* letzter Sonnenuntergang
27.2. Fahrt nach San Jose

Leider ist nach fast fünf Tagen auch der Badeurlaub zu Ende und es geht mit dem Bus ca. 250 km zurück nach San Jose. Die geplante Fahrtdauer von fünf Stunden und die Pausen von insgesamt zwei Stunden werden recht gut eingehalten und die Pausen zudem gut genützt. Bei zwei nennenswerten Fotografier-, Pinkel- bzw. Esspausen werden die Auslöser der Fotoapparate wieder eingesetzt: beim Rastplatz bei Limonal gibt es nicht nur wieder die wunderschönen Aras, sondern gleich in der Nähe stoßen wir auf ein Rudel von Brüllaffen, welche ein tolles Bildmotiv hergeben. In der Stadt Sachi besuchen wir nicht nur einen der größten Souveniershops Costa Ricas (der ist größer als unser Hofer!) sondern auch das Stierreitfestival.
Am Abend treffen wir wieder im Hotel Presidente ein wo es noch einmal ein gemeinsames Abendessen gibt. Komischerweise schmeckt uns das Essen nun nicht mehr so gut wie noch bei der Ankunft in Costa Rica.

28.2. Rückflug via Frankfurt - Durchstarten in Santo Domingo

Wenn man genauso "gerne" fliegt wie ich, dann ist der Rückflug von San Jose via Santo Domingo nach Frankfurt der wahre Albtraum: der Abflug verzögert sich um eine Stunde, da neben dem geparkten Condor-Flugzeug, einem anderen Flugzeug das Kerosin ausläuft. Ein spektakulärer Einsatz der Flughafenfeuerwehr und der Abbruch des Boardings sind die Folgen. Mit einer Stunde Verspätung geht es dann in die Dominikanische Republik: einige Passagiere verlassen das Flugzeug, neue Passagiere steigen ein und das Flugzeug wird betankt. Doch bevor es soweit ist gibt es eine Schrecksekunde: wegen dem starken Wind muss der Pilot den Landevorgang abbrechen und durchstarten.

1.3. Umsteigen in Frankfurt und Ankunft in Wien
In Frankfurt wird es dann stressig, denn anstelle von ein einhalb Stunden Zeit zum Umsteigen in das Flugzeug nach Wien haben wir nicht einmal 30 Minuten, was auf dem unübersichtlichen Großflughafen sehr knapp bemessen ist. Aber wir schaffen es im Laufschritt, ganz im Gegensatz zu unserem Gepäck, welches erst mit der nächsten Maschine nach Wien gebracht wird. Dies erfahren wir aber erst bei der Ankunft in Wien, wo wir umgehend ins Büro der Austrian Airlines gebeten werden um die nötigen Formulare für die Heimzustellung auszufüllen. Während wir schon um 10:00 in der ausgekühlten Wohnung eintreffen, wird unser Gepäck erst gegen 17:00 zugestellt und das Auspacken der Schmutzwäsche und der Souveniers kann beginnen.